Zitate zum Geschehen im und um den Konflikt Palästina-Israel
FEs gäbe Israel als Staat nicht, wenn es nicht den Holocaust und die Shoa aufgrund deutscher Verantwortung gegeben hätte.
Bundespräsident Johannes Rau
F Am Anfang war in Europa der Anti-Semitismus gegen die individuelle jüdische Person gerichtet, heute fürchte ich, dass es Anti-Semitismus gegen den jüdischen Staat gibt. Das jüdische Volk kann die Vergangenheit Europas nicht vergessen und es erwartet, dass sich die Europäer daran erinnern, dass wir nicht vergessen haben.
Schimon Peres, israelischer Außenminister
FUSA hat kein dringendes Interesse am Nahost-Friedensprozess
Washington zeigt auch keine große Eile bei den Vermittlungsbemühungen im Nahen Osten, da Powell zuerst Marokko besuchet. Ich gehe davon aus, dass sie uns ein bisschen Zeit geben, um, wie man es hier so nennt, die Arbeit fertig zu machen.
Avi Primor, ehemaliger israelischer Botschafter in Deutschland
F Eine gewollt gescheiterte Mission
Ulrich Wickert, Moderator der Tages Themen über die Mission von Paul
F"Israel würde es nicht wagen, so etwas auch nur vorzuschlagen, wenn die USA sagen würden, das käme unter keinen Umständen in Betracht."
Karl Lamers, der außenpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, verlangte von Washington, auf die Drohung Israels zu reagieren, Palästinenserpräsident Yassir Arafat ins Exil zu schicken
F"Manchmal meint man, man hört die Israelis sprechen. Fischer soll klar sagen, dass Israel die größere Verantwortung für die Eskalation des Nahost-Konflikts trägt“.
Der außenpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Karl Lamers
F"Ich wünsche, wir könnten den Preis zurückrufen. Damals fand ich, dass Peres den Preis am meisten verdiente. Jetzt bin ich schrecklich enttäuscht“.
Hanna Kvanmo, Mitglieder des norwegischen Nobelkomitees, das dem Komitee 1994 angehörten
F"Im Libanon wurde vereinbart, dass Arafat nicht eliminiert werden soll. Um die Wahrheit zu sagen: Ich bedauere, dass wir ihn nicht eliminiert haben."
Israel -Ministerpräsident Ariel Scharon. Scharon war als Verteidigungsminister 1982 für die Operationen im Libanon verantwortlich. Nach der Belagerung Beiruts mussten Arafat und die Palästinensische Befreiungsorganisation (PLO) nach Tunis flüchten.
F"Wir halten es für einen Fehler, die Politik reiner Unterdrückung durch Ariel Scharon blind zu akzeptieren"
Der französische Außenminister Hubert Vedrine
FIch verwahre mich dagegen, dass Kritik an der israelischen Regierung, die jetzt wirklich notwendig ist, in Deutschland von einigen als Antisemitismus bezeichnet wird. Das ist eine Unverschämtheit. Man muss an der israelischen Militärpolitik Kritik üben können, ohne in die antisemitische Ecke gestellt zu werden.
Es ist, ganz egal von welcher Seite, nicht akzeptabel, dass man als Demokrat zum Antisemiten erklärt wird, nur weil man die israelische Militärpolitik - wie übrigens die ganze Völkergemeinschaft das tut - kritisiert.
Ich bin einigermaßen irritiert darüber, dass der israelische Botschafter, also der Botschafter eines ausländischen Staates, eine so scharfmacherische Rede in Deutschland hält.
Ich wehre mich dagegen, dass man Kritik an Israel - an der israelischen Regierung muss man präziser sagen - nicht üben darf, ohne in eine antisemitische Ecke gestellt zu werden. Das sind Zusammenhänge, die sind ehrenrührig, die sind ehrverletzend. Ich erwarte auch, dass diejenigen, die sich hier so unbedacht äußern, das öffentlich korrigieren.
FDP-Chef Guido Westerwelle
F „Eine unverfrorenen Art und Weise, mit der hier eine Israel-Lobby seit Jahren mit dem bösen Vorwurf des Antisemitismus jeden niederzumachen versucht, der es wagt, israelische Völker- und Menschenrechtsverletzungen anzusprechen“.
Der ehemalige Staatsminister im Auswärtigen Amt, Helmut Schäfer
F „Die Deutschen versuchen, sich von ihrem ungeheuren Schulddruck aus der Nazi-Zeit dadurch zu befreien, dass sie Israel Fehler vorhielten. Wären die Deutschen in einer ähnlichen Lage wie die Israelis, würden sie nach dem starken Mann und der Todesstrafe rufen“.
Der Schriftsteller Ralph Giordano an die Adresse der deutschen Presse bei der Behandlung der Nahost-Krise
FMein Mitgefühl ist mit den Opfern des Terrors, aber niemand kann mich zwingen, Mitgefühl mit der amerikanischen Regierung zu haben - mit keiner, auch mit der eigenen nicht. Das muss man unterscheiden.
Bin Laden ist von der CIA ausgebildet worden, beziehungsweise mit Geldern von dort, gemeinsam mit anderen Mudschahidin. Dies geschah aus reiner Zweckpolitik der USA, weil dieser Einsatz damals gegen die Sowjetunion gerichtet war. Und das war kein Einzelfall. Die CIA war im Grunde, in ihrer Praxis auch eine terroristische Vereinigung, auch mit Mordanschlägen auf Politiker. Das muss man sehen, und es macht keinen Sinn, nur mit den Fingern auf andere zu weisen.
Jetzt erst fragen auch amerikanische Intellektuelle zu Recht - nach aller berechtigten Verurteilung des Terroranschlags - warum hasst man uns so in der Welt?
wenn Symbole wichtiger als das eigene Leben werden, heißt es, dass man zu sehr gelitten hat.
Die amerikanische Bevölkerung ist pauschal durch diese Terrorakte ohnegleichen zu Unrecht getroffen worden, das ist unzweideutig zu verurteilen. Aber die amerikanische Politik muss dennoch Gegenstand der Kritik bleiben. Deshalb sage ich, mein Mitgefühl ist mit den Opfern des Terrors, aber niemand kann mich zwingen, Mitgefühl mit der amerikanischen Regierung zu haben - mit keiner, auch mit der eigenen nicht. Das muss man unterscheiden.
Dies fällt mir sogar bei sehr vielen intelligenten Menschen in den USA auf, mit denen ich gut befreundet bin. Sie gehen davon aus, die Weltmacht zu sein, die das alles unter Kontrolle zu halten hat. Und viele Amerikaner neigen dazu, das in erster Linie nach ihren Interessen zu ordnen - was zumeist Wirtschaftsinteressen sind. Jetzt erst fragen auch amerikanische Intellektuelle zu Recht - nach aller berechtigten Verurteilung des Terroranschlags - warum hasst man uns so in der Welt?
FWir leben weder im Krieg noch führen wir einen Kreuzzug gegen das so genannte Böse. Folglich gilt in Deutschland auch kein Kriegsrecht.
Claus Steak
F „Die israelische Armee macht Häuser mit Bulldozern platt und richtet schreckliche Zerstörung an. Wenn die Welt die Bilder dessen sieht, was wir dort angerichtet haben, wird es unserem Ruf schrecklichen Schaden zufügen. Wie viele gesuchte Männer wir auch in dem Lager töten und wie viel von der Infrastruktur des Terrors wie entdecken und dort zerstören, es rechtfertigt immer noch nicht das Ausmaß der Zerstörung, die wir angerichtet haben.“
Israelischer Offizier, zitiert in der israelischen Zeitung «Haaretz
FHauptursache des gegenwärtigen Terrorismus ist die Fortdauer der Besatzung und die demütigende Einkreisung, ja territoriale Einschnürung der Palästinenser. Sie gab es auch schon - wenn auch nicht so gravierend - zu Zeiten des verblichenen Friedensprozesses. Da liegt der Kern des Problems. Es fällt der Supermacht offenkundig schwerer, sich mit dem Unrecht auseinander zu setzen, das den Palästinensern angetan wurde und wird, als sich mit der Sicherheit Israels zu identifizieren. Israels Sicherheit wird (heute) nicht durch die Scharons gewährleistet; sie wird in dem Maße steigen, in dem Israel auf die Palästinenser zugeht, ihnen endlich einmal das Gefühl der Gleichwertigkeit und der Achtung vermittelt.
Die Araber verstünden nur die Sprache der Gewalt, sagte Scharon früher. Dem kann man eine andere Erkenntnis entgegenhalten: Was du von Arabern nicht mit Gewalt bekommst, erhältst du oft durch Großzügigkeit.
Aus einem Kommentar in der Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.04.2002
FDeutsche Staatsräson ist, daß Hitler nicht postum siegen darf. Das jüdische Volk ist noch immer von Feinden umgeben. Dass diese Feinde nicht triumphieren, ist deutsches Interesse genau in dem Maß, wie Deutschland nicht Hitlerdeutschland sein will
PATRICK BAHNERS Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.04.2002
FZu den Palästinensern muss man ehrlich sagen, sie sind jetzt am Boden zerstört. Furchtbare Massaker finden statt. Ihre Extremisten haben Oberwasser. Man hat den Eindruck, dass Scharon das erreicht hat, was er wollte, nämlich dass es auf der einen Seite Israel mit ihm gibt, und auf der anderen Seite die Palästinenser nur noch praktisch durch ihre Selbstmordattentäter überleben, d.h. Hamas und die anderen radikalen Gruppen, die Israel gegenüberstehen. Damit kann Scharon beweisen, dass es keine Verhandlungsmöglichkeit mit diesen und damit mit den Palästinensern gibt. Also Scharon betreibt die Politik der verbrannten Erde und verbündet sich objektiv mit den Selbstmordattentätern. Das ist ja das Schreckliche und das Wahnsinnige.
Daniel Cohn-Bendit, Sprecher der Grünen im Europaparlament
FMit Krieg kann man den Terror nicht bekämpfen, weil Krieg auch Terror ist.
Wir haben die Gebiete in sechs Tagen erobert. Wir halten sie 35 Jahre lang, trotz UNO-Resolutionen, und wir können sie in sechs Tage räumen, und dann ist am siebten Tag Ruhe.
Man muss die Ursachen bekämpfen. Terror ist ein Symptom der Krankheit, nicht die Krankheit selbst.
Ich habe mit Scharon zusammen Jura studiert. Er weiß genau, dass er Kriegsverbrechen begeht, weil das, was gegen die Zivilbevölkerung passiert, diese Kollektivstrafen, diese Massaker, unmöglich ist.
Powell und die USA haben sich zwar für einen Rückzug Israels ausgesprochen, aber sie haben uns Zeit gelassen, damit wir noch ein bisschen töten können.
Was für eine Situation haben wir kreiert, dass die Menschen so verzweifelt sind, dass sie nicht leben wollen? Diese Frage muss man stellen. Wir haben die Pforte zum Leben für die Palästinenser zugesperrt. Daher kommt diese schreckliche Bereitschaft zum Sterben, nicht nur von Fundamentalisten. Das muss man analysieren, und man muss die Ursachen dafür bekämpfen.
Unsere Friedenskräfte haben in der Sendung Monitor in Deutschland sehr klar gesagt, wir möchten die Waffen von Deutschland nicht haben.
Felicia Langer, Menschenrechtsanwältin, Jüdin, Israelin und Überlebende vom Holocaust
F Es handle sich bei den Pufferzone um eine rein demographische Trennung, die keinerlei politische Souveränität für die Palästinenser mit sich bringt. Man könne die Pufferzone mit palästinensischen Ghettos vergleichen
Wir wissen, dass die USA Israel grünes Licht für die Kampagne gegeben haben.
Israel versucht gegenwärtig, die Festnahme des palästinensischen Fatah-Führers Marwan Barghuti als große militärische Errungenschaft darzustellen. Dabei ist Barghuti einer der ersten gewesen, die zum Dialog mit den Israelis bereit gewesen sind. Sogar wenn niemand mit dem Likud-Block geredet hat, hat er geredet. Er ist einer der wenigen gewählten palästinensischen Vertreter: Der Versuch, Marwan als Terroristen darzustellen, ist für uns, die wir ihn kennen, lächerlich.
Israel kann gar keine palästinensische Führung bestimmen. Israel wird in den besetzten Gebieten als Kolonialmacht gesehen.
Azimi Bischara, Palästinensischer Knesset-Abgeordneter
FDie Israelis müssen den Mythos aufgeben, wonach es möglich ist, gleichzeitig Frieden und Besetzung zu haben, wonach friedliche Koexistenz zwischen dem Sklaven und dem Meister möglich ist.
Der einzige Weg für die Israelis, sich sicher zu fühlen und sicher zu sein, ist – recht einfach –, die 35-jährige israelische Besetzung von palästinensischem Territorium zu beenden.
Ehrlich gesagt: Wir sind es müde, immer an der israelischen Unnachgiebigkeit schuld sein zu müssen
Marwan Barghuti, Palästinensischer Politiker
FIsraels neuer Feind ist die palästinensische Zivilgesellschaft
Der Schlüssel für eine Lösung der Probleme, das zeigt die Geschichte, liegt in Washington. Denn dort liegt auch ein Gutteil ihrer Ursache.
Noam Chomsky, israelischer Analyst
FScharon wird als Araber-Killer ins Grab gehen und als politischer Versager, der seinem Volk noch mehr Unruhe und Unsicherheit gebracht hat.
Eduard W. Said, palästinensisch-amerikanischer Professor und Politikwissenschaftler
FWir sind die moralischste Armee der Welt
Sprecher der israelischen Armee Ron Edelheid
FTerrorist, Rassist und Nazi
Arafat über Scharon
FFür Außenminister Joschka Fischer ist Israel ja geradezu eine zweite Heimat geworden
Israels Verteidigungsminister Ben-Elieser, Chef der Arbeitspartei
FAuffallend ist, dass keine Fernsehberichte über die Bombardierungen der Amerikaner in Ostafghanistan kommen, die ja bis heute andauern. Obwohl es auch dort sogenannte Kollateralschäden gibt, erfährt die Öffentlichkeit kaum etwas davon, weil die USA den Medienzugang in den Regionen verweigern.
Shimon Stein, Der israelische Botschafter in der Bundesrepublik
FHerr Scharon ist ein kriegslüsterner, kriegstreibender Politiker. Ich nehme mir das Recht, das in aller Öffentlichkeit zu sagen. Ich bin ein freier Mann in einem freien Land
Ich fürchte, dass kaum jemand den Antisemiten, die es in Deutschland leider gibt, mehr Zulauf verschafft als Herr Scharon und in Deutschland Herr Friedmann mit seiner intoleranten und gehässigen Art
Friedman weckt mit seinem Anspruch, tatsächliche Kritik an der Regierung Scharon in Deutschland zu verbieten, den Zorn und den Unmut vieler Menschen
Ich bin zornig gewesen und aus der Haut gefahren, weil Friedman mich bei jeder israelkritischen Bemerkung als Antisemit bezeichnet hat
Ich hätte das so nicht sagen sollen und das Ganze besser bedenken müssen
Jürgen Möllemann Der stellvertretende FDP-Bundesvorsitzende Jürgen Möllemann
FIn allen Ländern Europas gibt es ein Potenzial von 15 bis 25 Prozent antisemitischer und rassistischer Wähler. Bisher sind sie geparkt gewesen, auch in Deutschland. Nun haben diese Wähler eine Tankstelle in der Mitte und nicht mehr an den extremistischen Rändern gefunden: Die Tankstelle heisst FDP, der Tankwart ist Jürgen Möllemann und der Geschäftsführer heisst Guido Westerwelle, der dies zulässt.
Stellvertretende Zentralratsvorsitzender Michel Friedman, CDU-Mitglied und Fernsehmoderator
FAls Jude kann ich nicht die Dinge tun, die von mir als Reservist erwartet werden. Auch wenn die ganze Welt um mich herum zusammenbricht, werde ich nie wieder in ein palästinensisches Haus eindringen und den Familienvater vor seinen Kindern verhören und demütigen
Wir kamen überein, mit unseren vollen Namen zu unterschreiben, sobald sich uns zehn weitere Offiziere angeschlossen hätten. Ein Freund prophezeite uns, dass das niemals geschehen werde, aber ich wusste, dass, wenn jemand wie ich so fühlen konnte, es noch Hunderte anderer geben musste. Wir waren so wütend und so traumatisiert von dem, was wir im Gazastreifen gesehen hatten, dass wir beschlossen, einen Brief zu schreiben
David Zonshein, dekorierter Offizier und Enkel von Überlebenden des Holocausts, Initiator einer Gruppe von israelischen (Reserve)Offizieren und Soldaten „Mut zur Verweigerung“, die sich weigern, ihren Reservemilitärdienst im besetzten Palästina zu leisten
FDie Menschen sind bereit für zwei Staaten mit zwei Völkern, und sie sind sogar für zwei Hauptstädte in Jerusalem bereit. Die Alternative ist viel, viel schlimmer.
Die Arbeitspartei zerfällt immer weiter
Jossi Beilin, Der frühere israelische Justizminister und Vorsitzender der neuen israelischen Friedenspartei «Schahar» (»Aufbruch»)
FWir sind sicher, dass wir zurückkehren werden
Zwei Palästinenser, die sich wochenlang in der Geburtskirche in Bethlehem verschanzt hatten, haben sich im griechischen Exil zuversichtlich über eine Rückkehr in ihre Heimat geäußert.
(Die Ausstellung von Passierscheinen - ein System, das in den vergangenen Wochen etabliert wurde -. Ohne diese Dokumente ist praktisch niemand in der Lage, seinen Wohnort in der derzeitigen Situation überhaupt noch zu verlassen. Wer zwischen den acht größten Städten des Westjordanlands unterwegs ist, benötigt gegenwärtig die spezielle Erlaubnis der israelischen Armee, eine Art Visum. Fahrten nach Ostjerusalem oder in den Gazastreifen sind grundsätzlich verboten. Seit Beginn der so genannten zweiten Intifada im September 2000 sind die meisten Palästinenser praktisch in ihren Wohnorten eingeschlossen, ihre Bewegungsfreiheit ist behindert durch ein Netz von Checkpoints und Straßensperren. Nicht selten versuchen sie, die Absperrungen zu umgehen, fahren über Felder, klettern über Erdwälle oder benutzen schmale Trampelpfade statt asphaltierter Straßen.)
Dazu sagte:
FDie den Palästinensern auferlegten Reisebeschränkungen sind ein Zeichen für das immer deutlicher sichtbare israelische Apartheid-Regime.
Michael Tarasi, Anwalt von Jassir Arafats Palästinensischer Befreiungsorganisation (PLO)
FKeine Schikane, sondern eine humanitäre Geste
Ofir Haham, Israelischer Militärsprecher
FDie israelische Regierung und Armee haben die Palästinenser schon in eine KZ-ähnliche Situation gedrängt. Es fehlt nur noch, dass sie vergast werden. Im Namen der Shoa soll auch dagegen protestiert werden.
Ehemalige israelische Erziehungsministerin Schulamit Aloni
F Die beiden „Schurkenstaat“ der gegenwärtigen Weltpolitik sind die USA und Israel
Der Begriff „rogue state“, mit „Schurkenstaat“ übrigens eher unglücklich ins Deutsche übersetzt, hat in der westlichen Politik seit einigen Jahren Hochkonjunktur. In der Biologie steht „rogue“ für das wieder ausgewilderte Einzelgängertier, das abseits von der Herde durch den Busch streift. Die beiden „rogue states“ der gegenwärtigen Weltpolitik sind, so gesehen, die USA und Israel, die jede Art von Alignment mit der internationalen Staatengemeinschaft aus dem Grundansatz ihres Selbstverständnisses heraus ablehnen, weil sie beide davon ausgehen, dass Nicht-Israelis beziehungsweise Nicht-Amerikaner sich in die besondere Situation dieser beiden Länder nicht einfühlen können. Das bestärkt sie auch in ihrer Neigung, die Fähigkeit zum Selbstmandat in einem überdurchschnittlichen Ausmaß auszuüben.
Philosoph Peter Sloterdijk Philosoph Peter Sloterdijk
Interview in der Zeitschrift österreichischen Profil, Ende September 2002
FAmerika ist der Teufel und Israel Rosemaries Baby
FEs ist absolut widerlich, dass wir
bereit sind, die Iraker anzugreifen, nur um die Freunde von Präsident Bush noch
reicher zu machen.
Londons Bürgermeister
Livingstone
Londons Bürgermeister zeigt Verständnis für Selbstmordattentäter
Die Teilnahme Großbritanniens am Irak-Feldzug ist für Londons Bürgermeister Ken
Livingstone eine Ursache für die Terror-Anschläge des 7. Juli. Die Terroristen
seien nicht vom Himmel gefallen, sagte er in einem Interview. Darüber hinaus
zeigte er Verständnis für Selbstmordattentäter.
London - Die westliche Politik im Nahen Osten sei für den islamistischen Terror
mitverantwortlich, sagte Livingstone in einem BBC-Interview. "Wir haben
einfach 80 Jahre westlicher Einmischung in überwiegend arabischen Ländern
hinter uns, weil der Westen Öl braucht", sagte der "Rote Ken"
aus der Labour-Partei von Premierminister Tony Blair.
Er unterstütze zwar grundsätzlich keine Gewalt, aber wenn die Briten so
unterdrückt würden wie die Palästinenser durch die Israelis, "dann nehme
ich mal schwer an, dass wir selbst eine Menge Selbstmordattentäter hervorgebracht
hätten". Er sympathisiere zwar nicht mit palästinensischen
Selbstmordattentätern, aber er verurteile sie auch nicht einfach. Dafür
verurteile er die israelische Regierung, die manchmal ganze Gebiete bombardiere
und sich damit an unschuldigen Zivilisten für die Terrortaten Einzelner räche.
Die Londoner Selbstmordattentäter seien nicht vom Himmel gefallen. "Wir
haben zweifelhafte Regierungen gestützt, und wir haben solche, die wir nicht
mochten, aus dem Weg geräumt", sagte Livingstone. Livingstone ist in
Großbritannien einer der prominentesten Gegner des Irakkrieges.
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